Was ist Hormon?
Ein Hormon und Hormone (griechisch von horman, hormanus - in Bewegung setzen/aufwecken) ist ein biochemischer Botenstoff. Hormone übermitteln innerhalb eines Lebewesens Informationen von einem Organ zum anderen oder von einem Gewebe zum anderen. Im Gegensatz zur hohen Geschwindigkeit bei der durch Nerven vermittelten Information können von der Hormonausschüttung bis zu ihrer
einige Sekunden (z.B. Adrenalin) bis Stunden vergehen. Hormone in tierischen Lebewesen werden durch den Blutkreislauf zu ihren Zielorganen transportiert. Eine Ausnahme bilden GewebsHormone, die im selben Organ gebildet werden und wirken. Hormone wurden in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entdeckt; der Begriff Hormon wurde 1905 von Ernest Starling geprägt...
Hormon und Körper
Irgendwie musste es noch etwas anderes geben, das für die Steuerung unseres Körpers verantwortlich war. Nervenbahnen und die daran entlangziehenden elektrischen Impulse alleine konnten nicht die einzige Erklärung für die Informationsübertragung unter den Organen sein. Im Jahre 1902 starteten die englischen Physiologen Ernst Henry Starling (1866 - 1927) und William Maddock Bayliss (1866 - 1924) einen wegweisenden
Versuch: Sie nahmen sich eine Bauchspeicheldrüse vor und durchtrennten alle Nerven, die zu diesem Organ führten. Das Ergebnis war verblüffend. Die Bauchspeicheldrüse funktionierte immer noch! Sie sonderte Verdauungsenzyme ab, sobald der säurehaltige Mageninhalt den Darm erreichte. Starling und Bayliss fanden heraus, dass die
Schleimhaut des Dünndarms durch den Einfluss der Magensäure ein Sekret absonderte, das wiederum die Bauchspeicheldrüse dazu anregte, ihrerseits Verdauungsenzyme auszuschütten. Die Wissenschaftler gaben dem Sekret zunächst den Namen "Sekretin". Ob ihnen zu diesem Zeitpunkt schon klar war, dass sie damit den Beginn der Hormonforschung begründeten?
Hormon Produktion
Hormonproduzierende Organe wie die Schilddrüse, Hirnanhangdrüse oder die Nebenniere waren zwar bereits im 16. Jahrhundert bekannt, nicht aber die Tatsache, dass sie Hormone produzierten. Allerdings vertraten die Menschen schon damals die
Lehrmeinung, die Erkrankungen bestimmter Organe habe etwas damit zu tun, dass wichtige Stoffe fehlten. Die mittelalterliche Medizin suchte Heilung durch den Verzehr gleichartiger gesunder Organe – mit fragwürdigem Erfolg.
Erst vier Jahrunderte später fanden Ernst Henry Starling und William Maddock Bayliss als erste Wissenschaftler heraus, dass es im Körper Organe, sog. "endokrine Drüsen" gibt, die bestimmte Substanzen absondern, die an anderen Organen wirken - diese in einer bestimmten Weise aktiv werden ließen. 1905 prägte Starling für diese Stoffe die Bezeichnung "Hormone", abgeleitet von dem griechischen Wort "hormao" (antreiben, anregen).
Hormon Forschung
Die Hormontheorie erwies sich als höchst erfolgreich und bald entwickelte sich ein neues Arbeitsgebiet der Medizin und Biologie: die Endokrinologie. Nach und nach entdeckten und isolierten Wissenschaftler die unterschiedlichsten Hormon und Hormone.
Das erste Hormon, das isoliert und dessen Struktur bestimmt werden konnte, war das Adrenalin. Bereits 1901 konnte es der japanisch-amerikanische Chemiker Jokichi Takamine (1854 – 1922) aus der Nebenniere gewinnen – damals hieß das Adrenalin noch Epinephrin. Kurze Zeit später wurde dieser Stoff als Hormon oder Hormone erkannt. Es folgte das SchilddrüsenHormon Thyroxin, das Insulin, die GeschlechtsHormone, das Cortison und viele mehr.
Die Entdeckung des Insulins und seiner Aufgabe bei der Umwandlung von Zucker in Energie, ist wohl der spektakulärste Erfolg. Galt doch die Zuckerkrankheit, heute Diabetes, bis zum Beginn des 20 Jahrhunderts als tödliche Erkrankung. Bis heute sind etwa 100 verschiedene Hormone bekannt. Wissenschaftler vermuten aber, dass mindestens 1000 dieser Botenstoffe existieren und unbemerkt aber wirkungsvoll dafür sorgen, dass in unserem Körper alles richtig funktioniert
Hormon Wirkung
Hormon oder Hormone sind die chemischen Botenstoffe unseres Körpers. Es sind die Nachrichtenübermittler zwischen den Organen und einzelnen Zellen, die dafür sorgen, dass alle biologischen Prozesse im menschlichen Körper richtig ablaufen. Beeindruckend sind ihre gigantischen Effekte im Verhältnis zu der geringen Konzentration und Größe, mit der die Hormone wirken. Entsprechend fallen auch kleine Störungen im
Hormonhaushalt stark ins Gewicht. Für einen behandelnden Endokrinologen ist es zwar oft nicht einfach den Fehler zu finden, aber wenn er ihn gefunden hat, gibt es nahezu auch sofort eine positive Wirkung für den Patienten. Es genügt dann meist tatsächlich nur eine einzige Tablette, um alles ist wieder ins Lot zu bringen. Beispielsweise sorgt bei einem Patienten mit einem bestimmten Hypophysentumor eine einzelne Tablette dafür, dass er wieder besser sehen kann
Hormon Test
Wenn jemand etwas über seinen Hormonhaushalt wissen will, geht er in der Regel zum Arzt und macht einen Hormontest. Dann, so glaubt er, weiß er genau Bescheid über seinen Hormonhaushalt und ob ihm etwas fehlt oder nicht. Aber so einfach ist das leider nicht. Ein solcher Hormonwert, der bei einem Patienten gemessen wird, gibt noch lange keine endgültige Aussage über eine Krankheit oder ein Ungleichgewicht in unserem Wohlbefinden. Würde der Patient diese Messung nur Minuten später wiederholen, so würde das Ergebnis sehr wahrscheinlich ganz anders aussehen.
Der Test ist nur eine Momentaufnahme, nur ein Sekundenwert, der den wirklichen Status der Hormone im Körper nicht erfassen kann. Dazu ist die Welt der Hormone und deren Zusammenspiel in unserem Körper viel zu komplex und zudem ständig in Bewegung.
Hormon und Tumorwachstum
Viele verschiedene Hormone steuern wichtige Vorgänge im Körper auf Zellebene, etwa die Senkung des Blutzuckerspiegels, die Fortpflanzung oder das Wachstum. Auch manche Tumoren wachsen verstärkt unter dem Einfluss von Hormonen.
Diese Hormonabhängigkeit von Krebszellen ist der Ansatzpunkt der (Anti)-Hormontherapie: Körpereigene Hormone werden ausgeschaltet, um die Ausbreitung eines Tumors zu hemmen. In der Behandlung von endokrinen Tumoren, die selbst Hormone produzieren und an die Umgebung abgeben, spielen antiHormonelle Medikamente dagegen eine andere Rolle: Sie dienen dazu, Beschwerden zu lindern, die auf die krankhaft ausgeschütteten Hormone zurückzuführen sind.
Bei welchen Krebsarten eine AntiHormontherapie in Frage kommt, wie diese im Detail funktioniert und welche Nebenwirkungen möglicherweise auftreten können, hat der Krebsinformationsdienst im folgenden Text zusammengestellt.
Warum Hormon entzug: Endokrine Faktoren und Tumorwachstum?
Nicht wenige Tumoren wachsen abhängig von körpereigenen Hormonen. Bei einigen seltenen Tumorarten produziert sogar das Krebsgewebe selbst Hormone im Überschuss.
Obwohl zur Behandlung dieser Tumoren die Bildung dieser Hormone unterdrückt oder ihre Wirkung gebremst wird, bezeichnen Fachleute entsprechende Ansätze oft als Hormontherapie oder endokrine Therapie. Richtig wäre allerdings eigentlich nur der Begriff „AntiHormontherapie“. So kann der Hormonentzug von Behandlungsverfahren unterschieden werden, bei denen (fehlende) Hormone als Medikament eingesetzt werden. Eine „echte“ Hormontherapie wäre etwa die Östrogengabe gegen
Wechseljahresbeschwerden oder die Zuführung von Insulin nach Entfernung eines Bauchspeicheldrüsenkrebses.
Signal- und Botenstoffe
Hormone sind Informationsübermittler zwischen verschiedenen Zellen und Geweben eines Organismus. Sie können unterschiedliche Stoffwechselwege in Gang bringen und die Zelle auch zur verstärkten Teilung anregen. Allerdings besitzen nicht alle Zellen die Fähigkeit, auf Hormonelle Signale zu reagieren; sie benötigen dafür spezialisierte
Empfängermoleküle, so genannte Hormonrezeptoren. Hormon und Rezeptor verhalten sich wie Schlüssel und Schloss: Nicht jedes Hormon passt an jeden Rezeptor. Tumoren, die sich aus Hormonempfindlichen Geweben entwickeln, weisen häufig ebenfalls Hormonrezeptoren auf und wachsen entsprechend verstärkt unter dem Einfluss dieser Botenstoffe. Das Prinzip der AntiHormontherapie beruht darauf, gezielt den Hormonell bedingten Wachstumsreiz auszuschalten und so das weitere Wachstum eines Tumors und möglicher Metastasen zu verlangsamen.
Endokrine Tumoren
Andere Krebsformen, so genannte endokrine Tumoren, produzieren indes selbst Hormone und geben diese an ihre Umgebung ab. Die krankhaft ausgeschütteten Hormone können Beschwerden verursachen, die mit Hilfe von gegensätzlich wirkenden Medikamenten gelindert werden können.
Bildung, Wirkung und Steuerung von Hormonen: Wie funktioniert das?
Die Bildung von Hormonen findet hauptsächlich in Drüsen statt, so genannten Hormondrüsen. Hierzu zählen zum Beispiel die Keimdrüsen, in denen die
GeschlechtsHormone gebildet werden (Eierstöcke, Hoden), die insulinproduzierenden Anteile der Bauchspeicheldrüse oder die Schilddrüse mit ihren Hormonen. Diese Drüsen geben die Hormone in den Raum zwischen den Zellen ab, der von feinsten Blutgefäßen durchzogen ist, den Kapillaren. Durch die Kapillarwände gelangen die Hormone in den Blutkreislauf und verteilen sich im ganzen Körper.
Ihre Wirkung entfalten sie jedoch nur an Organen, die über den passenden Rezeptor verfügen. Je nach Beschaffenheit des dazugehörigen Hormons befinden sich die jeweiligen Hormonrezeptoren auf der Zelloberfläche (etwa der Insulinrezeptor) oder im Innern der Zelle (z.B. Rezeptoren für die GeschlechtsHormone oder die
SchilddrüsenHormone). Bindet ein Hormon an sein entsprechendes Gegenstück, setzt es eine Signalkette in Gang und führt damit zur gewünschten Reaktion: So kommt es beispielsweise nach Bindung der GeschlechtsHormone (Östrogen, Testosteron) an ihre Rezeptoren zur Aktivierung bestimmter Abschnitte des Erbmaterials (DNA). Die
Hormone bewirken auf diesem Weg eine vermehrte Produktion von Proteinen, die für die jeweils gesteuerte Reaktion unerlässlich sind, wie etwa die Teilung der Zelle. Unter dem Einfluss von GeschlechtsHormonen baut sich so zum Beispiel bei Frauen jeden Monat die Gebärmutterschleimhaut auf und auch wieder ab, wenn sich kein befruchtetes Ei einnistet.
Um eine dauerhafte Wirkung zu verhindern, werden die meisten Hormone abgebaut, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt haben, oder die Anzahl der entsprechenden Hormon-Rezeptoren wird reduziert.
Die Produktion der Hormone ist streng reguliert, nur eine genau festgelegte Hormonmenge darf im Blut vorhanden sein. Schon geringste Abweichungen des Hormonspiegels können gravierende Folgen für den Organismus mit sich bringen. Komplexe Regelkreise stellen deshalb sicher, dass die Hormonbildung und -ausschüttung nur dann erfolgt, wenn eine bestimmte Reaktion des Körpers erforderlich ist.
Im Zentrum dieses Steuerungssystems steht vorwiegend der im Zwischenhirn gelegene Hypothalamus. Dieser sammelt über benachbarte Hirnregionen Informationen aus der Umgebung und dem Köperinneren und wertet diese aus. Entsprechend der eingehenden Signale setzt er bestimmte Botenstoffe frei, wie etwa die so genannten Gonadoliberine
Freisetzung von Hormon
GnRH oder LHRH) zur Bildung der GeschlechtsHormone. Gondadoliberine wirken zur Freisetzung von Hormonen anregend (englisch: „Releasing“-Hormone) oder hemmend (englisch „Inhibiting“-Hormone) auf die nachgeschaltete Hirnanhangsdrüse, die Hypophyse. Hormon Bestellen, Hormon kaufen, Hormon Verkauf, Hormon Versand, Hormon Shop, Sex Hormon verkauf, Hormon Verkauf
Zur Produktion der SchilddrüsenHormone schüttet der Hypothalamus das SteuerungsHormon TRH (Thyreotropin–Releasing-Hormon) aus. Je nach Hormoneller Reizung entlässt die Hypophyse ihrerseits Botenstoffe, die wiederum die untergeordneten Hormondrüsen beeinflussen: Luteinisierende (LH) und follikelstimulierende Hormone (FSH) wirken auf die Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke, Hoden), das Thyreoidea-Stimulierende-Hormon TSH auf die Schilddrüse.
Die Hormondrüsen selbst bilden das letzte Glied in der Hormonellen Produktionskette; sie entlassen die gebildeten Hormone ins Blut, die ihre Wirkung direkt an den Zielorganen entfalten. Zu diesen so genannten peripheren Hormonen zählen beispielsweise die SchilddrüsenHormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die SexualHormone Östrogen, Progesteron und Testosteron, aber auch Insulin und Glukagon aus der Bauchspeicheldrüse.
Um einen zu hohen Hormonspiegel im Blut zu vermeiden, steuern die Hormone ihre Produktion selbst: In erhöhter Menge wirken sie hemmend auf die GnRH- beziehungsweise TRH-Produktion im Hypothalamus und verhindern so ihre eigene Bildung. Fachleute nennen diesen Effekt negative Rückkopplung.























